Die Nachkommen des Fischmeisters Petrus Pittner aus Grünthal

ein Rundgang durch die Geschichte

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Start Orte in der neuen Heimat

Erläuterungen zu Ortschaften in der neuen Heimat

Sangerhausen (Luftbild) liegt an den Berghängen des Südharzes, die hier den nördlichen Abschluss der Goldenen Aue bilden. Der Ort ist eine fränkische Gründung aus dem 6. Jahrhundert. Archäologische Funde belegen, dass es hier schon während der Jungsteinzeit (4500-1700 v.Chr.) Besiedlungen gab. Das Dorf Sangerhausen wird erstmals im Urkundenbuch des Klosters Fulda zwischen den Jahren 780 und 802 genannt. Die erste datierte Urkunde, in der „Sangirhuson“ neben anderen Orten auch genannt wird, stammt von Kaiser Otto III. und wurde am 04.10.991 unterzeichnet. Die älteste Siedlung lag über dem Gonnatal, eine jüngere bildete sich um die 1116 erbaute Ullrichkirche. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entwickelte sich eine Marktansiedlung, die heute noch gut erkennbar ist. 1247 fiel Sangerhausen an die Wettiner Markgrafen von Meißen, 1194 erhielt es die Stadtrechte. Im Jahre 1263 wurden die Stadtmauern und das Alte Schloss errichtet, 1539 wurde in der Stadt die Reformation eingeführt, die Klöster wurden säkularisiert. Im 16. - 18. Jahrhundert war Sangerhausen Teil des Fürstentums Sachsen. Als Kreisstadt hat Sangerhausen heute ca. 27000 Einwohner. Für die katholischen Einwohner wurde 1892/93 die Herz-Jesu-Kirche im neugotischen Backsteinstil errichtet und am 29.05.1894 konsekriert.

Riestedt (Luftbild) zählt heute 1631 Einwohner. Der Ort war aufgrund seiner geographischen Lage schon immer ein Verkehrsknotenpunkt. Der Ursprung der Besiedlung Riestedts ist der Bereich um die altehrwürdige St.-Wigberti-Kirche, der durch einen Wall und Mauern befestigt war. Im Zuge der Ortserweiterung wurden drei bewachte Tore erbaut, die kontrollierten Zugang gewährleisteten. Aus wirtschaftlicher Sicht wurde Riestedt durch Eisenerzabbau und Kohlebergbau bzw. durch die Existenz einer Mineralquelle geprägt. Erstmalig urkundlich erwähnt wird der Ort kurz nach der Kirchengründung im Jahre 777, als die Franken eine erste Missionskirche in Riestedt errichteten. 1750 wird eine eisenhaltige Mineralquelle erwähnt, deren Existenz zur Anerkennung als Badeort führte. Der aufblühende Kurbetrieb wurde jedoch jäh 1837 beendet, als aufgrund des Kohleabbaus die mineralhaltigen Wasseradern unterbrochen wurden und die segensreiche Quelle versiegte. Die historisch gewachsene Struktur ist im Wesentlichen bis heute erhalten. Nach der Wende entstand oberhalb der Kirche und des Friedhofs eine neue Siedlung. 1972 beging Riestedt sein 1200jähriges Jubiläum.

Emseloh (Luftbild) ist eine Ansiedlung im östlichen Teil des Landkreises Sangerhausen, welche sich in einer verkehrsgünstigen Lage befindet. Hier leben etwa 630 Einwohner. Nach neuesten Erkenntnissen erfolgte die Ersterwähnung der Gemeinde im Jahre 850 im Hersfelder Zehntregister. Man nimmt an, dass der Name Emseloh an die alte Bezeichnungen für Ameise = „Emse“ und loh = „Buschwald“ erinnert und damit „ameisenreicher Buschwald“ bedeutet. Das älteste Bauwerk ist die von 1200 bis 1225 erbaute Kirche, die noch heute über einen aus dem Augustiner-Chorherren-Kloster Kaltenborn stammenden Altarschrein verfügt. Das Gutshaus wurde 1754 nach einem Brand von italienischen Baumeistern neu erbaut und die Raumdecken mit künstlerischen Stuckornamenten ausgestattet. Die Geschichte des Gasthauses „Zum Mohren“ lässt sich bis in das Jahr 1475 zurück verfolgen.

Entnommen aus: „ Der Landkreis Sangerhausen um die Jahrtausendwende“

 


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