Die Nachkommen des Fischmeisters Petrus Pittner aus Grünthal

ein Rundgang durch die Geschichte

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Start Orte in der alten Heimat

Erläuterungen zu Orten im Kreis Podersam-Jechnitz

Deslawen (Zdeslav) (Luftbild) war eine selbstständig Gemeinde mit 46 Häusern und 197 Einwohnern im Jahre 1902. Dazu zählen noch als Einschichten der Meierhof, die Karlsmühle, die Brettmühle und die Wojtamühle. Der Ort hat wegen der Höhenlage ein gesundes Klima, er ist umgeben von prächtigen Wäldern. Gemeindevorsteher war zu dieser Zeit Karl Berthold; der Wirtschaftsbesitzer Wenzel Pittner ist Obmann für den landwirtschaftlichen Verein. Es gab zwei Gasthäuser, einen Lebensmittelhändler und einen Schuhmacher.

Drahuschen (Drahouš) (Luftbild) war 2 km von Jechnitz entfernt und hatte im Jahre 1926 35 Häuser mit 153 Einwohnern. Das Dorf hieß früher Dreihaus, weil es nur aus drei Häusern bestand. Das Dorf gehört zur Pfarrei Jechnitz und hatte seit 1901 eine deutsche öffentliche Schule (einklassig), es wurde im Jahre 1408 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortskapelle wurde im Jahre 1728 von Franz Josef Richtersohn, Sekretär des Grafen Franz Josef Czernin, erbaut und am 19.Mai 1729 zu Ehren des hl. Johann von Nepomuk eingeweiht. 1846 wurde sie durch einen im Ort ausbrechenden Brand eingeäschert und 1852 wieder aufgebaut. Verdienstquelle ist die Landwirtschaft; meist wurde Obst, Gemüse und Viehfutter für den Eigenbedarf angebaut. Landwirt im Ort sind: Franz Sandner, Richard Tauber, Felix Ullmann, Willi Sperk, Friedrich Hauner, Sophie Schwarz, Josef Lüftner, Anton Hiemer, Josef Lifka, Franz Ploner, Theodor Sperk, Franz Wanitschka, Franz Tschischka, Franz Teuchtler, Karl Zimmermann, Anton Lang, Karl Kauer und Konrad Lifka.

Neben verschiedenen Vereinen waren auch eine Schmiede, die Kauer-Mühle und ein Gasthaus vorhanden. Im 18. Jahrhundert war Familie Mally im Besitz des Gasthauses. Als Landwirt wird Heinrich Mally genannt, er war auch als Straßenwärter tätig. Gemeindevorsteher war zu dieser Zeit Wenzel Sperk, dessen Stellvertreter war Felix Ullmann; Franz Gellerer ist Wachmann.

Unweit von Drahuschen in Richtung Deslawen befindet sich das kleine Schloss St. Hubertus des Grafen Czernin. Zur politischen Gemeinde Drahuschen gehörten auch Smrk und St. Huberti.

Hochlibin (Vysoka Libyne) (Luftbild) mit dem Ortsteil Grünthal hatte 77 Häuser und 347 Einwohner, es gab eine zwei-klassige öffentliche deutsche Schule. Der Ort liegt in 558 Metern Seehöhe und hat ein raues Klima, die Sterblichkeit war infolge der reinen Höhenluft gering. Die Kirche „St. Blasius“ besteht seit dem Jahre 1356. Das Schloss mit Spiritusbrennerei und Forstwirtschaft Grünthal besteht seit 1217. Es gehörte der gräflichen Familie Wallis, die in Kolleschowitz ansässig war, Pächter war Anton Eugen Dreher. Gemeindevorsteher war im Jahre 1905 Josef Benesch, dessen Stellvertreter war Josef Kaderschafka. Landwirte im Ort waren: Josef Mayer, Karl Kaderschafka, Franz Stahl, Anton Dürschmid, Josef Kaderschafka, Josef Dürschmid, Anton Wollrab, Wenzel Voit, Ambros Mally, Anna Ringmaier, Anna Machowetz, Franz Heidenreich, Franz Scheiner, Wenzel Gschwind, Wenzel Kraus, Josef Geier und Franziska Weidisch.

Die 10 Fischteiche in Grünthal wurden bis 1862 durch die gräflichen Fischmeister Pittner betreut. Das Fischmeisterhaus wurde nach dem Verkauf an das Gut Hochlibin im Jahre 1862 als zweites Hegerhaus verwendet. Später wurde es in Folge eines Dammbruchs abgerissen und an seiner Stelle ein neues Wohnhaus errichtet. An Industrie waren eine Likörfabrik und ein Steinbruch vorhanden.

Jechnitz (Jesenice) (Luftbild) war schon vor 5000 Jahren besiedelt, wie archäologische Funde beweisen. Aus der Römerzeit wurden mehrere Grabhügel gefunden. Später wurde hier eine mächtige Burg erbaut, die jedoch in der hussitischen Revolution unterging. Im 13. Jahrhundert stand schon die romanische St. Peter-und-Paul-Kirche. Im Jahre 1728 wurde sie barock umgebaut. Auf der ehemals anliegenden Friedhofsmauer befindet sich eine Statue des hl. Johann Nepomuk. Nach dem Ende der Feudalherrschaft hat sich Jechnitz rasch verändert, 1850 wurde es Gerichtsstand und politischer Bezirk, in dieser Zeit wurden auch das Rathaus und das Siechenheim errichtet.

Heute hat die Kleinstadt ca. 3000 Einwohner, die hauptsächlich von Handel und Dienstleistung leben. Unweit von Jechnitz in Richtung Tlesko/Drahuschen befinden sich ein großer See und ein Campingplatz. Bedeutend ist Jechnitz daher auch für Erholung und Fremdenverkehr.

Nedowitz (Oteveky) (Luftbild), der höchstgelegene Ort des politischen Bezirkes, ist die Stammheimat der Familie Tattermusch. Es hatte vor der Vertreibung 33 Häuser und 153 Einwohner. Der Obstbau ist wegen der Höhenlage ohne Bedeutung und deckt kaum den Eigenbedarf. Das Dorf gehörte gemeinsam mit Schaar zur Pfarrei Podersanka, vor 1784 zum Pfarramt Scheles. Es wurde als Runddorf mit der Kapelle in der Mitte angelegt. Diese wurde im Jahre 1807 eingeweiht, nachdem der Vorgängerbau zerstört worden war. Gemeindevorsteher war Franz Swoboda, dessen Stellvertreter war Anton Lüftner. Wirtschaftsbesitzer im Ort sind: Franz Swoboda, Stephan Lochmann, Friedrich Weis, Franz Pischkule, Franziska Seidl, Rudolf Fritsch, Marie Lifka, Albine Schwarz, Josef Ringmaier, Albine Tattermusch, Franz Fritsch, Anton Gura, Oswald Guba, Josef Höfer, Alois Fritsch, Anton Lüftner und Franz Pittner.

Podersanka (Podbo řánky) (Luftbild) hatte 49 Häuser mit 214 Einwohnern. Zusammen mit dem Forsthaus Eugenswalde gehört der Ort zur Domäne Petersburg, dazu gehört noch das südwestlich gelegen Hegerhaus Korita und die Chwoja-Mühle. Der Ort besitzt eine deutsche öffentliche Schule gemeinsam mit Schaar und Nedowitz. Die hiesige Kirche St. Jakobus wurde 1780/81 erbaut, zuvor war die alte Kirche aus dem Jahre 1345 abgerissen worden. Seit 1858 selbständige Pfarrei. Als Gewerbe waren unter anderem eine Schmiede, ein Schweinehändler und zwei Gasthäuser aufgelistet.

Vorsteher der Gemeinde war Karl Pepperl, dessen Stellvertreter war Anton Beran.

Als Wirtschaftsbesitzer werden genannt: Philipp Pittner, Anton Pittner, Karl Kraupner, Franz Wondrak, Franz Leipert, Anton Harrant, Rudolf Kretsch, Anton Wondrak, Josef Walz, Theresia Pischkula, Ferdinand Jedlitschka, Franz Kraupner und Emma Heckl.

Schaar (Žd'ar) (Luftbild) erstreckte sich auf einer Fläche von insgesamt 433 Hektar und hatte im Jahre 1912 40 Häuser mit 181 Einwohnern. Der Name rührt vom ersten bekannten Eigentümer Florian Dietrich Freiherr Ritter von Ždiar her. Es gehörte um 1900 zur Pfarrei Podersanka, wo sich auch die Schule befand. Zu dieser Zeit war Franz Pittner Ortsvorsteher und Feuerwehrhauptmann, Friedrich Pittner betreibt eine konzessionierte Musikhandlung. An Industrie waren zwei Steinbrüche und eine Tongrube (weißer Ton) vorhanden. Als Gewerbe werden unter anderem Schuhmacher, Schweinehändler, Tischler und zwei Gasthäuser genannt, betrieben von Franz Wondrak. Später war Josef Bauer Gemeindevorsteher, dessen Stellvertreter war Franz Lifka. Landwirte waren: Josef Bauer („Wantschka“), Franziska Worofka, Josef Tschischka, Ambros Wondrak, Josef Bauer („Quoika“), Franz Wondrak, Karl Seidl, Adalbert Tschischka und Wenzel Benesch. Wenzel Pekarek und Nikolaus Benesch sind als Maurer tätig, Franz Wollrab ist Schweinehändler.

Die Kirche St. Martin wurde 1734 von der Gemeinde errichtet und im Jahre 1819 erweitert; 1887 wurden Dach und Turm einer Renovierung unterzogen. Neben der Kirche befand sich ein Kriegerdenkmal aus dem Jahre 1923.

Tlesko (Tlestky) (Luftbild) hatte 24 Häuser auf einer Gesamtfläche von 241 Hektar, 111 Einwohner wurden 1926 gezählt. Besitzer des Dorfes waren ab 1419 Hans von Tlesko, ab 1530 Johann von Tlesko und ab 1542 Georg Psolksky von Motokill. Seit 1604 ist Tlesko freie Ortschaft. Das Dorf gehörte zur Pfarrei Jechnitz, die Schule (ein-klassig) befand sich in Drahuschen, etwas 2 km entfernt. Vorwiegend wurden Obstbau und Bienenzucht für den eigenen Bedarf betrieben. Die Mehrheit der Einwohner war Landwirte: Anton Mahr, Franz Mahr Nr. 15, Franz Mahr Nr. 3, Franz Eger, Edmund Gyhra, Josef Buresch, Alois Seidl, Franz Seidl Nr. 23, Franz Seidl Nr. 21, Marie Hottek, Anna Mahr, Josef Pittner, Marie Haller, Ottomar Haller, Franz Ringmayer, Karl Stengl, Franziska Nedbal. Daneben gab es auch eine Mühle, einen Friseur, einen Schuhmacher und das Gasthaus des Karl Seidl. Ortsvorsteher war Franz Eger, seine Stellvertreter war Anton Mahr. Das Ort ist als Runddorf aufgebaut, in der Ortsmitte befindet sich eine kleine Kapelle. Zum Dorf gehörte auch die Schreibermühle.

Wallisgrün (Kuzová) (Luftbild) besteht schon seit dem 14. Jahrhundert und wechselte oft seinen Besitzer. Es gehörte zum Besitztum der Burg Krakow und hieß früher Heinrichsdörfl. Am 16.06.1731 kaufte es Georg Oliver Reichsgraf von Wallis und gab ihm den jetzigen Namen. Mit der jüngeren Ortschaft Neuwallisdorf, 1779/80 vom Grafen Wallis erbaut, gehört es seit 1938 zum Kirchensprengel Cýsta. Wallisgrün ist die Stammheimat aller Pittner-Familien im Kreis Podersam/Jechnitz.

Der Ort hatte 167 Einwohner und besaß eine zwei-klassige Volksschule. Gemeindevorsteher war Sigmund Dürschmied. Landwirte waren Wenzel Roth, Siegmund Dürschmied, Albin Woska, August Plaß, Alfred Plaß, Johann Roth, Julius Fleßner und Anton Plaß.

Bis 1945 bestand das Wirtshaus der Familie Pittner.

Entnommen aus:

„Adressbuch der politischen Bezirkverwaltung Podersam“


 


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